Ratten Meldepflicht: Ist ein Rattenbefall in Haus und Garten meldepflichtig?

Sie haben im Garten, im Haus oder der Garage Kotreste gefunden? Oder Nagespuren an Möbeln, Kabeln und Kartons? Nun befürchten Sie, dass sich Ratten eingenistet haben? Ungewöhnlich wäre das nicht.

Die Ratte sucht gern die Nähe des Menschen und seiner nahrhaften Abfälle. Bei einigen Menschen sind die langschwänzigen Tiere mit dem fabelhaften Geruchssinn sogar gern gesehene Haustiere.

Ratten erkennen, melden und bekämpfen


Eine freilebende Rattenpopulation aber kann großen Schaden anrichten. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie Rattenbefall erkennen, was Sie dagegen tun können und sogar müssen – denn Rattenbefall ist meldepflichtig. Weil die Ratte gefährliche Krankheiten überträgt und Brände begünstigt, ist die Bekämpfung obligatorisch.

Befall erkennen: Ratte oder Maus?


Wenn Sie nicht gerade ein Exemplar vorbeiflitzendes sehen, sind Fraßspuren und Kotreste offensichtliche Anzeichen für Nagerbefall. Doch handelt es sich tatsächlich um Ratten?

Aus Form und Menge der Kotreste, Nageschäden, Schmierspuren (Ratten hinterlassen auf vielgenutzten Wegen eine fettig-schmutzige Laufspur), “Fuß”-Abdrücken und Gerüchen lassen sich zuverlässig Rückschlüsse auf die Art der Population ziehen. Auf was Sie achten müssen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Ratte versteckt sich

Meldepflicht – In diesen Fällen müssen Sie Rattenbefall melden


Grundsätzlich besteht immer Meldepflicht, wenn sich Ratten eingenistet haben. Tierische Schädlinge bedeuten Gefahr für den Mensch. Das gilt gleichermaßen für private Grundstücke wie für öffentlichen Grund und Boden.

Wen müssen Sie informieren?

Die zuständige Stelle ist das Ordnungsamt Ihrer Stadt oder Gemeinde. Die Meldung kann schriftlich, mündlich oder online ohne erforderliche Unterlagen gemacht werden.

Handelt es sich um fremdes Privatgelände, informieren Sie den Grundstückseigentümer.

Wann müssen Sie informieren?

Eine einzelne Ratte löst noch keine Meldepflicht aus, verstärktes Aufkommen schon. Es gibt keine festen Fristen.

Und warum besteht die Meldepflicht?


Städte und Gemeinden führen turnusmäßig Bekämpfungsmaßnahmen durch. Dennoch kommt es vor, dass sich Schädlinge einnisten. Da nicht jedes Grundstück ständig genutzt wird, sind die Verantwortlichen auf Hinweise angewiesen.

Rattenbefall auf privatem Grund ist meldepflichtig, um öffentliches Gelände in der Nähe zu schützen.

Gesundheitsschutz

Dies alles tut die zuständige Behörde für die öffentliche Sicherheit und den Gesundheitsschutz. Ratten übertragen Krankheiten wie Tollwut, gefährliche Bakterien und Salmonellen. Auf dem Umweg über den Rattenfloh kann sogar die Pest ausbrechen.

Außerdem nagen Ratten alles an, auch Kabel. Das führt zu Kurzschlüssen und erhöht die Brandgefahr massiv.

Essen lockt Nager an


Ratten trinken

Eine Rattenplage zieht Aufwand und Ärger nach sich. Doch wie kommt es überhaupt soweit? Tipps zur Vermeidung:

Grundsätzlich siedeln Ratten gern dort, wo sie Nistplätze und ausreichend Nahrung finden. Offene Bio- und andere Mülltonnen oder auch Komposthaufen laden die Nager regelrecht ein. Auch an Fressnäpfen von Hund, Katze oder Schwein bedienen sich Ratten gern, wenn sie frei zugänglich sind. Einmal auf dem Grundstück genügt ein kleiner Mauerschaden und schon sind sie im Haus.

Spülen Sie gekochtes Essen und Lebensmittel in die Toilette, bescheren Sie in der Kanalisation lebenden Ratten ein Festmahl.

Was Ratten anlockt und wie Sie einem Befall vorbeugen können, erfahren Sie in unserem großen Ratten-Ratgeber.

Rattenbekämpfung – Kammerjäger vs. Amateur


Wer eine Rattenplage auf dem Grundstück hat, ist zur Bekämpfung verpflichtet. Der Selbstversuch ist möglich, scheitert jedoch meistens. Die Ratte ist gewitzt und vermehrt sich rasant. Folglich sind Eile und die richtige Maßnahme geboten.

Dem professionellen Schädlingsbekämpfer wie auch dem Amateur stehen folgende Mittel (in unterschiedlicher Ausführung und Qualität) zur Verfügung: Giftköder, Lebendfallen und Schlagfallen.

Giftige Köder

Ratten sind klug: Sofort tödliche Gifte zum Beispiel ignorieren sie nach kurzer Zeit. Sie bemerken ihre toten Kameraden. Giftige Köder mit verzögerter Wirkung helfen weiter. Allerdings sterben und verwesen die Tiere unter Umständen an Orten, die sie nicht sehen oder erreichen, aber durchaus riechen können.

Deshalb sollten Sie die Rattenbekämpfung einem Profi überlassen. Kammerjäger wissen mit Rattengift aller Art umzugehen.

Tote Ratte durch Gift

Lebendfalle

Wer sich scheut, eine Ratte zu töten, kann Lebendfallen nutzen. Sie müssen regelmäßig kontrolliert werden, sonst verdursten oder kollabieren die gefangenen Tiere. Suchen Sie vorher einen geeigneten Ort zum Wiederaussetzen. Auch hier weiß der Kammerjäger Rat.

Tote Ratte entsorgen

Schlagfalle

Die Schlagfalle – eine größere Version der herkömmlichen Mäusefalle – tötet die Ratte im Idealfall, aber nicht immer. Verletzte Tiere müssen Sie tierschutzgerecht töten, keine angenehme Aufgabe.

Bei allem gilt: Tragen Sie Handschuhe, wenn Sie mit Gift hantieren und auch, wenn Sie tote oder lebende Ratten – Vorsicht: bissig – transportieren. Oder überlassen Sie die gefährliche Arbeit am besten direkt einem Profi. Ein Kammerjäger wird der Plage unverzüglich und effektiv Herr.

Denken Sie daran: Tote Ratten sind fachgerecht zu entsorgen.

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