Ratten im Garten – Erkennen und bekämpfen

Ratten lösen bei vielen Menschen Ekel und Angst aus, weit mehr noch, als der Anblick einer kleinen Maus es tut. Das ist kein Wunder: Sie übertragen Krankheiten, verschmutzen ihr Umfeld und richten große Schäden an Gebäuden und Gegenständen an. Wer die kleinen Nager in seinem Garten entdeckt, sollte deshalb alles tun, sie wieder zu vertreiben.

Da sie nicht nur sehr vermehrungsfreudige, sondern auch sehr intelligente Tiere sind, ist es schwer, einen aktiven Befall wieder loszuwerden. Fallen und Rattengift sind hier die einzigen Mittel zur Rattenbekämpfung, die wirklich funktionieren. Lassen sich die Nager dennoch nicht vertreiben, müssen Sie die Hilfe eines Kammerjägers in Anspruch nehmen, und das so schnell wie möglich.

Den Rattenbefall frühzeitig erkennen


Da Ratten sich extrem schnell vermehren, ist es wichtig, einen Befall so früh wie möglich zu erkennen. Hier kommt es auf jede Woche an: Denn sobald ein Weibchen Junge zur Welt gebracht hat, kann es bereits wieder trächtig werden. Die Jungen selbst sind nach drei Wochen so groß, dass sie das Nest verlassen, und können schon im Alter von drei Monaten eigene Junge bekommen. Deshalb kann ein einziges Pärchen in einem Jahr bis zu 1.000 Nachkommen haben.

Die Nagetiere sind nicht nur ein hygienisches Problem, da ihre Parasiten gefährliche Krankheiten wie Tollwut, Gelbsucht oder Tuberkulose übertragen können. Sie richten auch große Sachschäden an, da sie auf der Suche nach Nistmaterial und Futter an allem nagen. Selbst vor Kabeln machen sie nicht Halt und können so Kurzschlüsse oder sogar Brände auslösen. Auch, wenn der Befall nicht auf Ihrem Grundstück, sondern ein paar Häuser weiter vorliegt, müssen Sie deshalb zeitnah handeln, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Spuren einer Rattenpopulation

Ratten sind Kulturfolger und überall dort anzutreffen, wo Menschen leben. In den Städten finden sie ein Paradies: Nahrung und Verstecke gibt es hier im Überfluss, während natürliche Feinde kaum vorkommen. Normalerweise sind sie nachtaktiv und sehr scheu, sodass wir lebende Ratten kaum zu Gesicht bekommen.

Tatsächlich sind sie nur dann am Tage zu sehen, wenn sie dringend Futter benötigen, jemand ihr Versteck gestört hat oder die Population sehr groß geworden ist. Tote Tiere sind ein Anzeichen einer größeren Population.

Ein einzelnes Exemplar zu sehen, heißt deshalb aber nicht, dass die Schädlinge sich bei Ihnen angesiedelt haben. Die Ratte kann sich aus außerhalb ihres gewohnten Reviers bewegen. Erst, wenn es zu mehreren Sichtungen kommt, sollten Sie der Sache auf den Grund gehen.

Weitere Hinweise sind Nagespuren und frischer Kot, der aus kleinen Häufchen weicher, länglicher Stücke besteht. Wenn Sie einen starken Geruch nach Ammoniak wahrnehmen, ist die Population bereits sehr groß.

Außer in feinem Sand oder einer dichten Staubschicht sind keine Spuren in Form von Pfotenabdrücken zu finden. Allerdings bevorzugen sie Trampelpfade, die sie immer wieder nutzen, so dass sich hier mit der Zeit Wege in der Vegetation abzeichnen können. Auch finden Sie hier rötlich-braune bis schwarze „Schmierspuren“ aus Körperfett, Dreck und Haaren.

Manche Ratten sind geschützt


Biologisch betrachtet gibt es weltweit ungefähr 65 Rattenarten. Von diesen sind aber nur zwei in Deutschland relevant: Die kleinere Hausratte, auch als Schiffs- oder Dachratte bezeichnet, mit dem lateinischen Namen Rattus rattus, sowie die größere Wanderrate, auch Kanal- oder Wasserratte genannt, mit dem Namen Rattus norvegicus. Andere Ratten sind in unseren Breiten irrelevant.

Die Hausratte ist deutlich seltener als die Wanderratte und steht auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten, darf also nicht getötet werden. Bei einem Befall im Garten handelt es sich fast immer um die Wanderratte, da die Hausratte die Wärme von Häusern vorzieht.

Weshalb kommt die Wanderratte in den Garten?


Die Nagetiere sind immer auf der Suche nach Futter. Müllsäcke mit Essensresten, nicht verschlossene Mülltonnen oder falsch gepflegte Komposthaufen mit Fleisch und Knochen locken sie deshalb ebenso an wie offen stehendes Tierfutter. Ehe Ratten ins Haus kommen, siedeln sie sich meist erst im Garten an. Zusätzlich bietet beinahe jeder Hinterhof genug Nischen und Verstecke, um den Tieren passende Unterschlüpfe zu bieten. Fehlt das Nahrungsangebot, werden die Schädlinge sich auch dann nicht ansiedeln, wenn sie genug Versteckmöglichkeiten finden.

Problematisch wird es, wenn der Befall auf einem anderen Grundstück beginnt und sich von dort ausbreitet. Selbst, wenn diese für die Nager wenig attraktiv sind, müssen die Besitzer mit der Ausbreitung der Schädlinge umgehen.

Sind Ratten meldepflichtig?


Da die Nagetiere Krankheiten übertragen können, besteht eine Meldepflicht für die Tiere. Sobald Sie bemerken, dass sie sich bei Ihnen angesiedelt haben, müssen Sie das zuständige Ordnungsamt informieren. Auf Privatgrundstücken müssen neben dem Ordnungsamt auch die Eigentümer informiert werden. Die Meldung beim Amt dient dazu, dass von der Gemeinde Maßnahmen zur Eindämmung der Population eingeleitet werden können.

Können Sie die Wanderratte im Garten selbst bekämpfen?


Ist die Population noch nicht sehr groß, können Sie selbst gegen die Schädlinge vorgehen. Dies funktioniert allerdings oft nur in Zusammenarbeit mit Ihren Nachbarn: Entfernen sie soweit wie möglich alle Futterquellen, beseitigen sie mögliche Verstecke und nutzen Sie Fallen und Gift. Aber dies nur im eigenen Garten zu tun, funktioniert nicht, da die Tiere einfach auf das Nachbargrundstück ausweichen.

Welche Hausmittel wirken?

Zwar gibt es eine Reihe von Hausmitteln, die immer wieder als gutgemeinter Tipp empfohlen werden, allerdings hilft keines davon zuverlässig. Die Tiere sind extrem anpassungsfähig und sehr intelligent, weshalb sie starken Gerüche wie Terpentin oder ätherischen Ölen einfach ausweichen. Selbst genutztes Katzenstreu, das nach einem ihrer tödlichen Jäger riecht, schreckt sie nicht ab. Einzig eine Katze selbst kann eine Kolonie mitunter in Schach halten. Gänzlich vertreiben kann der Stubentiger die Schädlinge allerdings nicht.

Wenn Sie Ratten auf dem eigenen Grundstück entdecken, verschwenden Sie deshalb keine Zeit mit Hausmitteln. Gehen sie die Rattenbekämpfung zügig und konzentriert an, um die Tiere möglichst rasch zu vertreiben. Wenn Sie selbst kein Gift einsetzen wollen, kann Ihnen ein Kammerjäger helfen.

Welche Fallen gibt es?


Sie können sich zwischen Lebendfallen und Schlagfallen entscheiden. Beide Arten haben den Vorteil, dass sie nicht mit Gift arbeiten und dadurch nicht riskieren, dass kleine Kinder oder Haustiere das Gift aufnehmen. Allerdings sind Fallen nur geeignet, um einen kleinen Befall zu bekämpfen. Denn die Tiere erkennen bald die Gefahr, die von den Fallen ausgeht, und meiden sie. Durch wechselnde Köder und Standorte können Sie dies etwas hinauszögern, aber eine große Kolonie können Sie mit Fallen nicht beseitigen. Als Köder eignet sich für die Allesfresser beinahe alles. Experimentieren Sie, was am besten funktioniert.

Lebendfallen scheinen im ersten Augenblick humaner, da sie die Tiere nicht töten. Allerdings bleiben Sie mit dem Problem zurück, was Sie mit den gefangenen Schädlingen tun sollen.

Wann benötigen Sie Rattengift?

Rattengift tötet zeitversetzt nach einigen Tagen. Dies ist wichtig, da Ratten Vorkoster haben: Probiert ein solcher Vorkoster ein neues Futter und verendet daran, werden die andere Tiere dieses Futter fortan meiden.

Die Stärke des Giftes ist, dass es sowohl die Vorkoster umgeht als auch die einzige zuverlässige Methode ist, Ratten zu bekämpfen. In geschlossenen Räumen können Kammerjäger noch Gas einsetzen; in einem Garten fällt diese Option weg.

Der Nachteil ist, dass das Gift auch für Menschen und Haustiere gefährlich ist. Kleine Kinder und Haustiere sind besonders gefährdet, es aufzunehmen. Deshalb wird Gift nur in speziellen Boxen ausgelegt, in welche nur Ratten gelangen. Gefährlich ist das Gift aber auch für Raubtiere und -vögel, die Ratten jagen: Sie nehmen durch ihre Beute das Gift auf und sterben daran.

Ein weiteres Problem: Auch, wenn Rattengift frei verkäuflich ist, dürfen viele Sorten nur von speziellen Fachleuten verwendet werden. Da die Hersteller aber einen entsprechenden Warnhinweis auf der Verpackung anbringen, finden Sie auch diese hochgiftigen Stoffe im freien Verkauf.

Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn sie Rattengift nur von einem Fachmann für Rattenbekämpfung einsetzen lassen.

Auf Nummer sicher: Rattenbekämpfung durch den Kammerjäger


Gerade im Freien ist es sehr schwer, eine Rattenplage einzudämmen, da die Tiere hier leicht ausweichen können. Anders als im Haus, wo mit gewissem Aufwand alle Verstecke der Tiere gefunden werden, ist dies im Garten nicht möglich.

Ein erfahrener Kammerjäger ist der richtige Ansprechpartner, wenn Sie in Ihrem Garten oder dem Ihrer Nachbarn ein Rattenproblem feststellen. Er hat nicht nur das Wissen und die Mittel, die Schädlinge wirkungsvoll zu bekämpfen, sondern kann Sie auch beraten und für jedes Problem den passenden Tipp geben. So verhindern Sie auch eine Neuansiedlung.

Ratten im Garten vorbeugen


Damit die Nager sich nicht im Garten ansiedeln, müssen Sie alle möglichen Futterquellen und Unterschlüpfe beseitigen. Bewahren Sie Müllsäcke nur in Räumen auf, in welche die Nager nicht gelangen, und stellen Sie sie erst am Tag der Müllabfuhr an die Straße. Mülltonnen müssen gut geschlossen bleiben.

Viele Gartenbesitzer haben eine kleine Kompostkiste für Pflanzen- und Küchenabfälle. Diese sind unproblematisch, denn ein gepflegter und gut laufender Komposthaufen lockt keine Wanderratten an. Allenfalls im Winter suchen sie seine Wärme auf. Allerdings ist es wichtig, keine Essensreste, Fleisch oder Knochen in den Kompost zu werfen.

Auch Tierfutter darf nicht offen im Garten stehen, da es die Nager anlockt. Dabei ist es unerheblich, ob es Futter für Katzen und Hunde oder Getreide für Vögel ist. Wenn Sie im Winter die Vögel füttern wollen, verwenden Sie nur Futterautomaten.

Soweit es möglich ist, versuchen Sie auch, mögliche Verstecke abzudichten. Dazu gehören zum Beispiel auch der Gartenschuppen oder Zugänge in den Keller wie kleine Löcher in Wänden und Fenstern. Verschließen Sie Kellerfenster mit engmaschigen Gittern.

Fazit: Bei Rattenproblemen den Fachmann rufen


Wenn der Verdacht besteht, dass in Ihrem Garten oder dem der Nachbarn Ratten leben, müssen Sie sofort handeln. Die Tiere vermehren sich rasant, und bleiben sie ungestört, haben Sie binnen kurzer Zeit eine große Rattenpopulation. Beseitigen Sie umgehend sämtliche Futterangebote und Versteckmöglichkeiten.

Fallen sind geeignet, wenn es erst wenige Tiere sind. Bei einem großen Befall ist Rattengift nötig, das aber mit Risiken für Mensch und Haustier einhergeht. Besser ist es, dieses vom Fachmann auslegen zu lassen.

Eines steht fest: Wenn Ratten auftauchen, muss sofort etwas getan werden. Bei Notprofi finden Sie deshalb schnell und günstig einen professionellen Schädlingsbekämpfer in Ihrer Nähe.