Marder vergiften – darf man Marder töten?

So manchen Hausbesitzer haben sie schon um den Schlaf gebracht: Marder. Viele Menschen greifen zur Selbsthilfe und wollen die Tiere vergiften. Doch darf man das überhaupt? Darf man Fallen aufstellen oder gar den Marder vergiften? In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie den Marder wieder loswerden, ohne Gesetze zu brechen.

Das Problem: Marderschäden an Haus und Auto


Marder zählen zu den hundeartigen Raubtieren. Sie sind also mit Fischottern, Iltissen und Dachsen verwandt und keine Nagetiere. Baummarder und Steinmarder zählen zu den "Echten Mardern". Wenn Sie ein Tier auf dem Dachboden entdecken, wird es sich in den meisten Fällen um einen Steinmarder handeln. Baummarder folgen in der Regel nicht dem Menschen in die Nähe von Siedlungen. Steinmarder in Haus und Hof richten einen beträchtlichen Schaden an, denn sie

  • tollen als nachtaktive Tiere umher und stören durch den Lärm die Nachtruhe erheblich.
  • zerstören die Isolation auf dem Dachboden.
  • zerfressen Kabel und Leitungen an Autos.
  • hinterlassen unangenehme Gerüche durch Kot und Urin.
  • dringen in Hühnerställe ein und fressen Hühner.

Im Jahr 2017 wurden den Kfz-Versicherungen 214.000 Schäden mit einer Schadenssumme von 72 Millionen Euro gemeldet. Grund genug also, um den ungebetenen Gast schnell wieder loszuwerden.

Darf ich Marder vergiften?


Zum Thema Marder vergiften sei gesagt: Nein! Denn die Tiere unterliegen dem Jagdrecht. Sie dürfen daher nur von entsprechenden Sachkundigen gejagt oder getötet werden. Das Ausbringen von Gift birgt zudem das Risiko, dass andere Tiere, wie Hunde oder Katzen, ebenfalls vergiftet werden. Denn ein Marder verschleppt zunächst seine Beute und verzehrt sie dann vielleicht in Ihrem heimischen Garten. Auch Ihre Kinder können so durch einen Giftköder gefährdet werden.

Sind Fallen erlaubt?

Auch das Aufstellen der Fallen gehört unbedingt in sachkundige Hände. Je nach Bundesland benötigen Sie dafür einen Jagdschein und/oder einen Fallenschein. Außerdem gilt eine Schonzeit, die je nach Bundesland unterschiedlich ausfällt. Meist dürfen die Tiere nur von Mitte Oktober bis Ende Februar überhaupt bejagt werden. Im Sommer wachsen die jungen Steinmarder heran, deshalb gilt diese Zeit als Schonzeit.

Welche Strafen drohen, wenn ich einen Marder töte?


Steinmarder stehen zwar nicht unter Artenschutz oder Naturschutz, dennoch brauchen Sie zum Fangen und Töten einen entsprechenden Sachkundenachweis.

Nach dem Bundesjagdgesetz begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit, wenn Sie keinen Jagdschein oder Fallenschein besitzen und die Jagd ausüben. Wenn Sie innerhalb der Schonzeit jagen oder Elterntiere töten, so stellt dies einen Straftatbestand dar. Es drohen bis zu fünf Jahre Haft.

In vielen Bundesländern ist das Fangen im befriedeten Bezirk zudem nur mit gesonderter Genehmigung zulässig. Auch hier drohen Geldbußen, wenn Sie oder Jäger ohne Genehmigung eine Falle stellen. Außerdem steht der Tötung des Marders das Bundestierschutzgesetz entgegen, das die Sachkunde zum Töten von Wirbeltieren zwingend vorschreibt. Dies stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 25.000 Euro geahndet werden kann.

Die Alternativen – der Marder muss weg


Fachkundiges Personal, um eine Falle aufzubauen, finden Sie unter der Jägerschaft oder beim Schädlingsbekämpfer. Viele Kammerjäger haben mittlerweile eine eigene Taskforce, die sich auf die Marder-Abwehr spezialisiert hat. Dabei ist das Fangen und Aussetzen nicht immer der beste Weg, da sich schnell andere Marder finden, die das freie Revier erobern. Die bessere Möglichkeit ist, die kleinen Raubtiere zu vertreiben. Im Internet kursieren zahlreiche Mittel, die angeblich gegen die Plagegeister helfen:

  • Klostein in der Motorhaube
  • Hundehaare im Motorraum
  • Hundeurin auf dem Dachboden
  • laute Musik
  • Ultraschall und Marder-Abwehrgeräte

All diese Hausmittel helfen nur begrenzt und schon bald wird sich Ihr Untermieter an den Geruch oder die Geräusche gewöhnt haben. Deshalb sollten Sie sich immer von einem professionellen Schädlingsbekämpfer beraten lassen. Dieser hat wirksame Vergrämungsmittel zur Hand. Anschließend verschließt der Fachmann zur Marderabwehr alle Eingänge an Ihrem Haus. Greifen Sie also nicht zum Gift, sondern holen Sie sich professionelle Hilfe.

Fazit: Marderfrei ohne Gifteinsatz


Auch wenn Ihr tierischer Mitbewohner große Schäden anrichtet, dürfen Sie ihn nicht vergiften! Auch beim Fangen und Vertreiben müssen Sie sich an die gesetzlichen Regelungen halten, wenn Sie das Raubtier dauerhaft von Ihrem Dachboden oder Ihrem Auto fernhalten wollen. Am besten gelingt Ihnen das mit einem Jagdschein-Inhaber oder einem spezialisierten Schädlingsbekämpfer.

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