Marder – der ungeliebte Mitbewohner

Obwohl sie ganz possierlich aussehen, sind Marder beim Menschen nicht besonders beliebt, denn wenn sie einmal zu Besuch sind, bleiben sie für längere Zeit und können jede Menge Schaden anrichten.

Sie knabbern an Autokabeln und Schläuchen, fressen sich durch Isolierungen und stören die nächtliche Ruhe, indem sie auf dem Dachboden herum poltern. Sie hinterlassen Kot- und Urinspuren, zerstören die Dämmung des Hauses und können sogar gefährliche Krankheiten wie Tollwut übertragen. Viele Gründe sprechen also dafür, einen Marder, wenn er einmal da ist, sofort wieder zu vertreiben.

Das ist allerdings gar nicht so einfach. Die kleinen Raubtiere sind anpassungsfähig, schnell und scheu. Im Laufe der Jahre haben sie sich hervorragend an die Lebensbedingungen des Menschen angepasst.

In unserem Beitrag erfahren Sie, warum sich die kleinen Tiere gern bei uns Menschen niederlassen, welche Schäden sie anrichten können, wie Sie sich vor einem Marderbefall schützen und warum Sie den kleinen Eindringling unbedingt wieder loswerden sollten.

Marder – Herkunft und Aussehen


Marder sind hundeartige Raubtiere. Sie haben einen buschigen Schwanz und einen lang gestreckten Körper mit verhältnismäßig kurzen Beinen. Wenn hierzulande vom Marder die Rede ist, dann meinen wir in der Regel die beiden Marderarten Steinmarder und Baummarder. Beide gehören zur Gattung der "echten Marder". Während sich der Baummarder in Wald und Flur zuhause fühlt, zieht es den Steinmarder lieber in menschliche Siedlungen und wird hier oftmals zum Problemfall.

Steinmarder sind nachtaktive Tiere und sehr scheu. Obwohl sie sich vorrangig in städtischen Gebieten und Siedlungen aufhalten, bekommt man sie nur selten zu Gesicht. Außerdem sind sie sehr gute Kletterer und ausgesprochen geschickt darin, die kleinsten Schlupflöcher ausfindig zu machen, um sich in einem geeigneten Unterschlupf niederzulassen.

Welche Verstecke bevorzugen Steinmarder?


In der freien Natur versteckt sich der Steinmarder gern in Felsspalten oder Löchern. In urbanen Gegenden findet man ihn in Garagen und auf Dachböden. Sogar der Motorraum des Autos ist für ihn ein beliebtes Versteck. Steinmarder sind Einzelgänger. Sie beanspruchen in der Regel ein weiträumiges Revier, in dem sie mehrere Behausungen bewohnen. Trifft ein Marder auf einen anderen Marder, kommt es meistens zu lautstarken Auseinandersetzungen, die mit Revierkämpfen einhergehen, bei denen einer den Kürzeren zieht.

Bleibt der Marder für eine längere Zeit unbemerkt, kann das große Schäden nach sich ziehen.

Welche Schäden können Steinmarder anrichten?


Hat sich ein Marder im Auto eingerichtet, kann das für Autobesitzer richtig teuer werden. Die Allesfresser können erhebliche Schäden im Motorraum anrichten. Mit ihren spitzen Zähnen knabbern sie an Schläuchen und Kabeln. Die Zerstörung der Materialien geht auf ein ausgeprägtes Territorialverhalten der Tiere zurück. Pendler, die ihr Auto immer mal wieder an verschiedenen Stellen parken, sollten besonders aufmerksam sein. Im schlimmsten Fall wird der Schaden erst bemerkt, wenn der Motor schlecht anspringt oder die Bremse versagt.

Wenn Sie einen Marder im Haus haben, bleibt sein Besuch nicht lange unbemerkt. Trappelnde Geräusche auf dem Dachboden, unangenehme Gerüche von Marderkot und Urin – spätestens, wenn durch verwesendes Aas eine Parasitenplage entsteht und der Marder sich an Ihrem Dämm-Material zu schaffen macht, sollten Sie schnellstmöglich dafür sorgen, dass Ihr neuer Mitbewohner wieder verschwindet.

Wie gefährlich sind Marder?


Marder sind zwar Raubtiere, aber sofern sie sich nicht bedroht fühlen, sind sie für den Menschen nicht gefährlich. Die schüchternen Tiere halten sich zwar vermehrt in der Nähe von Menschen auf, werden in einer Begegnung aber immer die Flucht antreten. Dennoch können sie, wie viele andere Tiere auch, schwere Krankheiten wie Tollwut übertragen.

Was hilft bei einem Marderbefall?


Einen Marder zu vertreiben ist nicht leicht. Hat sich das possierliche Tier erst einmal in seinem Revier eingerichtet, wird man es nur mühevoll wieder los. Erschwerend kommt hinzu, dass die Tiere nur nachts unterwegs sind und tagsüber schlafen. Es gibt zahlreiche Methoden, den kleinen Plagegeist in die Flucht zu schlagen. Wie sicher selbst die besten Hausmittel helfen, ist allerdings nicht bewiesen.

Geplagte Hausbesitzer versuchen es mit Mardersprays, Hundehaaren oder auch WC-Steinen. Da Marder sehr geräuschempfindlich sind, kann man auch versuchen, ihn mit lauter Musik und Poltern in die Flucht zu schlagen. Oftmals scheitern die Versuche, denn Marder sind sehr anpassungsfähig und stellen sich immer wieder neu auf ihre Umgebung ein.

Marder fangen


Marder unterliegen dem Jagdschutz. Nur ein ausgebildeter Jäger darf das Tier töten und das auch nur in der Jagdsaison von Herbst bis Frühjahr. In den warmen Monaten sucht sich das Mardermännchen ein adäquates Weibchen, um Nachkommen zu zeugen. Einen Marder zu fangen oder zu vergiften ohne die entsprechende Berechtigung, ist strengstens verboten und kann rechtliche Konsequenzen haben.

Marderabwehr durch Kammerjäger


Wenn Sie mit Hausmitteln nicht weiterkommen, sollten Sie einen Kammerjäger beauftragen. Dieser tötet das Tier zwar nicht, kann aber mit seiner Professionalität und Erfahrung dem Marder seinen okkupierten Lebensraum so unbehaglich machen, dass er von selbst wieder verschwindet, und anschließend alle Schlupflöcher verschließen, um einem weiteren Befall vorzubeugen.

Marderbefall vorbeugen


Bevor es zu einem Marderbefall in Ihrem Haus oder Auto kommt, können Sie vorbeugen. Das spart Ihnen am Ende jede Menge Ärger und auch Geld.

1. Schlupflöcher und Zugänge blockieren

Die kleinen Tiere sind wahrlich geschickt darin, durch jede noch so kleine Lücke hindurchzuschlüpfen. Wie sonst könnten sie ohne Probleme in den Motorraum eines Autos gelangen. Selbst durch Öffnungen mit gerade mal fünf Zentimeter Durchmesser schlüpfen sie mühelos durch.

Tipp: Gehen Sie mit Mehl auf Fahndungstour. Um den Einstiegsort des kleinen Eindringlings herauszufinden, können Sie mit einer Mehlspur auf Detektivsuche gehen. Die Fußtapsen werden das flinke Tier verraten. Mit Brettern, Putz oder anderen Baumaterialien können Sie die Schlufpflöcher und Zugänge verdichten.

2. Aufstieg zum Dach erschweren

Marder sind hervorragende Fassadenkletterer. Mit ihren festen Krallen kraxeln sie nicht nur die Regenrinne oder das Fallrohr entlang, sondern bewältigen auch Pflanzengitter und Holzverkleidungen. Entfernen Sie also so gut es geht alles, was den kleinen Kletterern den Aufstieg erleichtert, und montieren Sie Blockaden an den entsprechenden Stellen.

3. Kabel und Schläuche schützen

Sie können einen Marderschaden am Auto verhindern, indem Sie die Kabel mit Plastikhüllen vor den wilden Beißerchen des Tieres zu schützen. Der Kabelschutz sollte vom Fachpersonal angebracht werden.

Marderbefall erkennen und sich schützen


Wenn ein Marder mit Ihnen unter einem Dach lebt oder sich ein kuscheliges Plätzchen in dem Motorraum Ihres Autos eingerichtet hat, sollten Sie nicht lange zögern und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um den kleinen Eindringling wieder loszuwerden. Bleibt ein Marderschaden längere Zeit unbemerkt, kann Sie das nicht nur teuer zu stehen kommen, es kann für Sie auch lebensgefährlich sein, wenn zum Beispiel die Bremse Ihres Fahrzeuges versagt oder der Motor nicht im richtigen Moment anspringt.

Lassen Sie sich von einem Profi helfen

Marder sind sehr anpassungsfähige und schlaue Tiere. Ratschläge, das Tier durch Ultraschall und Gerüche zu vertreiben, sind meist nur kurzfristig hilfreich. Das Tier begreift schnell, dass die angewandten Methoden keine Gefahr darstellen. Besser ist es, sich von einem Profi fachgerecht helfen zu lassen. Kammerjäger haben die entsprechende Erfahrung und können schnell erkennen, wie sich das Tier in die Behausungen schleicht. Bei Notprofi finden auch Sie den passenden Kammerjäger in Ihrer Nähe.

Tipp: Schutzmaßnahmen ergreifen

Auch wenn Sie es geschafft haben, den kleinen Parasiten zu vertreiben, sollten Sie vorsorglich Schutzmaßnahmen für Ihr Haus, Garten und Auto ergreifen. Denn in der Regel wird ein frei gewordenenes Revier gleich wieder von einem neuen Marder besetzt. Machen Sie es dem Eindringling so schwer wie möglich, sich bei Ihnen einzunisten. Damit können Sie sich jede Menge Ärger und auch Kosten sparen.